Angenommen, du bist ein stolzer Angehöriger von einem kleinen Kind. Egal ob du jetzt Mutter, Vater, Oma, Opa, Tante, Onkel, Bruder, Schwester oder Sonstiges bist.
Du hast auf Facebook/Instagram nur deine guten Bekannten. Natürlich postest du die süßen Bilder deines ganzen Stolzes. Du willst es in die Welt schreien, wie stolz du auf diesen kleinen Menschen bist. Dein Herz ist voller Liebe und du hast keinen einzigen negativen Gedanken.
Dein Nachbar, der nette Herr, der dir immer winkt und dir einen guten Morgen wünscht. Den hast du echt gern, natürlich hast du ihn bei deinen Social Media Kontakten. So ein netter Mensch. Du kennst ihn doch gut, oder? Oder? Du weißt nichts von der Sammlung, die er an seinem Laptop gespeichert hat. Er lebt alleine, er muss die Alben nicht mal verschlüsseln. Keiner hat ihn auf dem Schirm. Doch er hat dein kleines Kind am Schirm. Am Bildschirm. Denn er speichert sich deine Beiträge.
Und so muss er nicht einmal großartig Kontakt mit dem Kind aufbauen, denn er empfindet den Kontakt bereits als gegeben. Er sieht zumindest wöchentlich ein neues süßes Foto, von so einem zuckersüßen Lächeln. Er kennt die Outfits, er weiß was das Kind am liebsten mag. Er hat rausgefunden, welche die Lieblingssüßigkeiten sind und es wird ihm sehr leicht fallen mit dem Kind eine Beziehung aufzubauen.
Doch sei es nicht der Nachbar, den man doch nicht kennt. Die Bilder werden im Vertrauen gepostet, denn das Profil ist doch privat, oder? Oder? Doch eine gute Freundin von dir, findet das Bild so süß, dass sie einen Screenshot macht und es einer weiteren Freundin weiterschickt, und die macht das selbe. Und plötzlich wird es an eine Person weitergeschickt, nicht aus dem Grund, weil das Kind so süß ist, sondern weil es das Kind einer Person ist, die man nicht mag. Und so ein Kind findet man nicht süß, oder? So ein Kind ist das ein Ventil, worüber geschimpft wird. Und als du das süße Foto von deinem Kind gepostet hast, wolltest du nicht, dass es am Ende beleidigt wird, oder?
Wir leben in einer Welt, wo es fahrlässig ist, vom Guten auszugehen. Zumindest wenn es um die Sicherheit deines Kindes geht. Und sind wir uns ehrlich, dein Kind stimmt dem nicht zu, dass es ins Netz gestellt wird, oder? Kann es gar nicht, denn es hat doch keine Ahnung was für Auswirkungen das haben kann. Es weiß nicht, dass es zur Schau gestellt wird für eine unkontrollierbar große Gruppe an Menschen. Es weiß nicht, dass Bilder, einmal gepostet, nie wieder aus dem Internet verschwinden werden. Es weiß nicht, dass Menschen herausfinden können, wo es lebt, nur durch ein paar Hintergründe. Dein Kind hat keine Vorstellung von den Gefahren des Internets. Doch sind wir uns mal ehrlich. Hast du eine Ahnung? Denn wenn ja, warum entschließt du dich weiterhin dein Kind zu posten?
Hinterlasse einen Kommentar