Ein Vorbild sein

Mutter zu sein hat mich in vielerlei Hinsicht verändert. Jetzt lerne ich aber immer mehr, dass ich nicht die Art Vorbild sein möchte, die ich früher sein wollte.

Ich war eine sehr ordentliche Hausfrau. Meine Tage verbrachte ich meistens Zuhause, um Ordnung zu schaffen. Doch das widerspricht gänzlich meiner jetzigen Vorstellung, was ich meinem Kind lernen möchte.

Ich will nicht, dass sie nur ein „perfektes“ Daheim kennt. Es soll nicht immer blitzblank sein, ich soll nicht jeden Tag 100% funktionieren müssen, sie auch nicht. Es soll nicht „zuerst die Arbeit, danach das Vergnügen“ sein, es soll nicht alles erledigt werden, bevor sie sich entspannt hinsetzen kann.

Ich möchte für sie, dass sie isst, wenn sie Hunger hat. Dass sie schläft, wenn sie müde ist. Sie soll sich jederzeit entspannen können, egal, ob alle Pflichten erledigt sind, oder nicht.

Sie soll nicht als Erwachsene ganze Tage nur mit dem Haushalt verbringen, sondern sie soll auch mal rausgehen, wegfahren, etwas erleben, das Leben auskosten.

Es wird einem so oft Perfektion gezeigt, das Chaos weggelassen, dabei macht doch oft das Chaos erst das Leben aus.

Das Geschirr, das am Tisch steht, zeigt, dass man ein gutes Essen gehabt hat. Die Wäscheständer, die herumstehen zeigen, dass man saubere Wäsche tragen kann. Was auch immer übrig ist vom Besuch zeigt, dass man Freunde/Familie hat, die man zu sich einladen kann. Und und und.

Das Leben ist nicht perfekt. Das Leben ist chaotisch. Eine Achterbahnfahrt. Höhen und Tiefen. Höhen zelebrieren, Tiefen überstehen. Nicht alles hinterfragen, Geld nicht Wzu ernst nehmen, sich etwas gönnen.

Das Leben kann sehr einfach sein, wenn man es Tag für Tag erlebt und seine Ansprüche herunterschraubt. Wir sind alle nur Menschen, die immer ihr Bestes geben und das ist mehr als genug.

Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten