Immer wieder fällt auf, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der Leistung ganz groß geschrieben wird. „Ah, das schaffe ich auch noch.“ – „Körperliche Grenzen sind nur in meinem Kopf“. – „Schon gut, morgen ist es bestimmt wieder weg.“ Es gibt so viele solche Aussagen und bis zu einem gewissen Grad stimmen sie auch. Bis dann 20 Jährige an einer ignorierten Grippe sterben.
Oft bekommt man Kopfschmerzen, doch wie oft arbeitet man einfach weiter? Anstatt kurz Zeit für sich zu nehmen, alle Störfaktoren ausschaltet und die absolute Ruhe auf sich wirken lässt? Wie oft tut einem der Rücken weh, doch irgendwann wird es entweder von selbst wieder oder es wird so schlimm, dass man sich infiltrieren lassen muss? Wie oft ignoriert man immer wieder auftretende Muskelkrämpfe, bis man irgendwann erfährt, dass ein massiver Magnesiummangel dahinter steckt.
Wie oft muss einem der Körper zeigen, dass man eigentlich nicht mehr kann, bis man etwas dagegen unternimmt? Warum ist so eine große Hürde in unserem Kopf, dass wir uns eine Pause genehmigen dürfen? Beim Fernsehen fühlt man sich schlecht, wenn man noch nicht seine Punkteliste abgearbeitet hat. Ernährt man sich nicht großteils gesund und das Gewicht auf der Waage steigt, fühlt man sich schlecht. Weil was werden jetzt die Anderen über mich denken? Welche Vorurteile werden fremde Menschen jetzt über mich treffen?
Das ist eine Spirale, aus der man nur schwer wieder rauskommt. Unser Körper gibt uns so viele Warnzeichen. Sei es körperlich oder psychisch. Beides ist zu beachten. Warum haben wir verlernt, dass wir unseren Körper schätzen, so wie er ist? Ihm danken, dass er uns unser Leben lang begleitet? Warum entscheiden wir uns lieber nicht hinzusehen und einfach weiterzumachen, anstatt unseren Körper zu respektieren und darauf zu reagieren?
Du lebst dein Leben für dich. Dein Körper gehört nur dir. Welch Entscheidung du für dein Leben triffst, liegt nur in deiner Verantwortung. Lass andere Menschen nicht über dich bestimmen, dazu haben sie nicht das Recht. Aber ich gebe deinem Körper eine Stimme, wenn ich sage: „Ignorier mich nicht, bevor du irreversiblen Schaden anrichtest.“
Hinterlasse einen Kommentar