Das Handy – unser bester Freund und unser größter Gegner

Es ist schon faszinierend, wie ein Handy so funktioniert. Es gibt Apps zu allen möglichen Themengebieten, die darauf ausgelegt sind, unser Leben zu vereinfachen. Und das machen sie auch. Vor allem, wenn man dafür bezahlt. Ein paar Doppelklicks mit dem Finger und das war’s schon. Sache erledigt. Statt einer halben Stunde brauche ich nur mehr ein paar Minuten.

Alle möglichen Dinge sind ablösbar geworden. Anstatt Bücher zu lesen, kann man Hörbücher hören. Anstatt einen Film anzusehen, schaut man lieber stundenlang TikTok (da hat man mehr Produktion vom Dopamin dabei). Anstatt ein Notenbuch zu lernen oder einen Instrumentenkurs zu besuchen, holt man sich eine App. Anstatt Freunde zu treffen, gibt es einen Videoanruf.

Und all das hat seine Daseinsberechtigung und zugegeben große Vorteile für uns. Doch wie sieht die Kehrseite davon aus?

Jegliche Studien beweisen, dass die Nutzung vom Handy aus diversen Gründen problematisch ist. Man sieht so viele schlimme Nachrichten, dass man abgestumpft und weniger sensibel wird. Man sieht etwas Interessantes am Bildschirm und bemerkt plötzlich, dass man seinem Gegenüber irgendwann nicht mehr zugehört hat. Eltern schauen aufs Handy und übersehen dabei, dass das Kind Aufmerksamkeit wollen würde. Das schöne Leben, das man hat, wird übersehen weil andere Menschen augenscheinlich ein schöneres Leben haben.

Laut einer Studie von FAZ verbringen Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren zwischen 60-65 Stunden in der Woche am Handy. Das sind etwas mehr als 2 komplette Tage!

Das Thema ist mir wichtig, weil ich ein 1-jähriges Mädchen Zuhause habe und ich merke, dass sie bereits das Handy registriert hat. Ich bin kein Unschuldslamm, welches nie das Handy in der Hand hat. Es passiert mir immer wieder. Nun ist es allerdings bereits so, dass sie zum Telefon hingehen möchte, weil sie weiß, dass da bunte Bilder drauf sein könnten. Der Bildschirm hat jetzt schon ihre Aufmerksamkeit.

Es sollte wieder mehr reflektiert werden. Wie oft und wie lange bin ich am Telefon? Was davon ist wertvolle Zeit und was raubt sie mir nur? Macht es wirklich Sinn für jegliche Aktivitäten auf einen Bildschirm zu sehen oder könnte viel davon ins echte Leben zurückgebracht werden?

Und was ist mit unserer Vorbildfunktion? Was wollen wir unseren Kindern vorleben? Wie sollen sie aufwachsen? Wie soll es ihnen in Zukunft gehen, mit Themen wie der Aufmerksamkeit, dem Trugbild der Onlinewelt und der Desensibilisierung. Steigende Zahlen bei psychischen Störungen wie Angst, Sucht, Demenz und Depression können übrigens auch mit einem exzessiven Handygebrauch in Verbindung gebracht werden, genauso wie wenig körperliche Aktivität (die in Adipositas resultieren kann), Nackenschmerzen und eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Exzessiv bedeutet in dem Fall übrigens mehr als 3 Stunden täglich.

Ich hoffe ich konnte auch dich etwas zum Nachdenken bringen. Ich weiß jedenfalls wohin mein Weg diesbezüglich gehen muss. Und du?

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