Rassismus

Heute habe ich von einem Fall gelesen, der mich nicht mehr loslässt.

Ein junger schwarzer 16-Jähriger hat versehentlich bei einem weißen Mann geklingelt. Seine Intention war rein seine Geschwister abzuholen. Dieses Versehen kostete ihm sein Leben. Der Hausbesitzer fühlte sich bedroht und schoss seinem Gegenüber in den Kopf. Weil der Junge nicht sofort von uns gegangen war, schoss er ein zweites Mal.

Das ist eine Tragödie. Dieser weiße Mann, der absichtlich das Leben eines schwarzen Jungen genommen hatte, wurde nicht verurteilt. Lies das nochmal, er wurde nicht verurteilt. Und das ist Amerika.

Das Thema „Rassismus“ ist für mich schon immer eines der intensivsten und fragwürdigsten Themen gewesen. Als Kind war ich in einer Privatschule (Volksschule), somit wurde ich nie bewusst mit „Ausländern“ konfrontiert und in der Hauptschule waren einige davon meine besten Freunde. Es war nie ein Gedanke daran, dass sie eventuell von einem anderen Land kommen. Meistens sind sie ja sogar in Österreich geboren…

Gebürtig heiße ich Melanie Gruber und die Namensänderung zu Yilmaz brachte einige Tücken mit sich. Generell fällt mir auf, dass mir mit einem anderen Ton begegnet wird. Es fällt Leuten augenscheinlich leichter mir nicht den selben Respekt entgegen zu bringen. Wenn ich alleine spazieren gehe und Leute grüße, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie mich zurückgrüßen. Bei meinem Mann hingegen sehr gering. Und mein Mann lächelt genauso, ist mindestens genauso freundlich, aber er sieht eben aus wie ein „Ausländer“.

Abgesehen von meinen eigenen Erfahrungen, kann ich das ganze Thema null nachvollziehen. Es leuchtet mir ein, dass unsere ältere Generation Krieg gehabt hat und daher schlechte Erfahrungen gemacht hat. Trotzdem hat das eigentlich nichts mit der Herkunft eines Soldaten zu tun, sondern hauptsächlich mit der Manipulation und des Zwanges eines Anführers.

Schwarze Menschen kommen nur auf die Welt und schon sieht alles schwieriger aus. Probleme beim Eingliedern, im Berufsleben, andauernde Angst, Ungerechtigkeiten und und und. Wir leben im Jahr 2023 und weiße Männer werden nicht verurteilt, Familien finden keine Gerechtigkeit, diverse Nationalitäten finden keine Ruhe.

Ich schreibe meinen Wunsch nieder, in der Hoffnung, dass das Universum ihn liest und wünsche mir, dass bei solchen Gräueltaten zumindest die Gerechtigkeit siegt. Ich wünsche mir, dass Familien nicht mehr in Angst leben müssen und endlich ihren Frieden finden können. Ich wünsche mir, dass endlich nicht mehr Angst und Hass Menschen regiert, sondern Menschlichkeit.

Ich entscheide mich jeden Tag wieder ein Teil dieser Menschlichkeit zu sein, du auch?

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